Ultralauf - Markus Srb
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... keep on running!

 

Wien Rundumadum

Datum: 07.11.2026

Distanz: 130 km

Höhenunterschied: +/- 1.880 hm

Zeit: 18:58:00,00

Wien Rundumadum



Rennbericht

Zum Abschluss einer langen und erfolgreichen Laufsaison wollte ich den Klassiker rund um Wien mit einer soliden Zeit ins Ziel bringen. Da ich diese Strecke schon einige Male gelaufen war, nahm ich einen alten Zeitplan als Marschtabelle um mir den Lauf einzuteilen.

Was soll ich sagen - eigentlich lief alles sehr gut - auch wenn ich den Zeitplan nicht ganz umsetzen konnte. In der Vorbereitung vergaß ich, dass die Strecke seit einigen Jahren mit einem geänderten "Start/Ziel-Areal" zu belaufen ist.

Daher konnte ich mit 18:58:00,00 eine persönliche Bestmarke auf diesem Streckenverlauf realisieren und mit der Saison 2026 sehr zufrieden sein.

Impressionen

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Donau Trail Wachau

Datum: 04.10.2025
Distanz: ca. 101 km
Höhenunterschied: ca. +/- 3.900 hm

Zeit: 18:45:24,00


Donau Trail Wachau



Rennbericht

Wie bereits im Vorfeld festgestellt habe ich mich auf diese neue Herausforderung sehr gefreut, da ich die Wachau bereits vom Wandern etwas kenne und sehr schätze! Nach einem längeren Arbeitstag erfolgte die Anreise nach Krems (Ankunft so gegen Mitternacht) von wo aus uns der Shuttle Bus zu Start nach Aggsbach Dorf bringen sollte. Aufgrund der angesagten Temperaturen hatte ich ausnahmsweise mehr Gewand an, als im Rucksack gepackt. Wie befürchtet wurde es dann beim Warten auf den Start schon ziemlich unbequem, da vor Ort (wie erwartet) keine etwas wärmere Wartezone verfügbar war.

Um Punkt 02:00 Uhr ertönte das Startsignal und wir machten uns auf, in die kalte Finsternis. Bereits beim ersten Anstieg merkte ich es wird (wie so oft bei Nachtstarts) schwierig in die Gänge zu kommen. Als ich nach 12km (und 01:40:58,00) zur ersten Laabe kam war ich schon ziemlich alleine unterwegs. Nach kurzer Verpflegung (vor allem heißer Tee) ging es dann weiter in die Nacht - ich durchquerten Melk, überquerten die Donau (Kraftwerk Melk), liefen eine Schleife über den Pantenberg und erreichten nach 03:28:46,00 bei km 24 Emmersdorf (an der Donau). Hier legte ich ein kurzes "Service für meine Füße" ein - das heißt: Schuhe & Socken ausziehen und mit Hirschtalk nachschmieren, damit die Blasenbildung keine Chance hat.

Wenige Minuten später war ich schon wieder auf der Strecke. Diese führte uns über Mödelsdorf, Felbring und Zintring nach Aggsbach Markt. Wir schrieben km 38 und waren seit 05:53:20,00 unterwegs. Bei dieser dritten Versorgungsstation standen wir unserem "Startgelände" genau am anderen Donauufer wieder gegenüber. Als kurz nach meiner Ankunft noch ein Läufer die Laabe erreichte und dem Betreuer kund tat, dass er nun der letzte Läufer sei war ich kurz irritiert (und noch einige Zeit länger demotiviert). Nachdem nun die Sonne heraus kam und es merklich wärmer wurde musste ich mich noch umziehen und das warme Gewand in den Rucksack packen, wodurch ich als absolut letzter die Versorgungsstation verließ.

In der Frische des Morgens ging es auf den nächsten 7km an vielen Christbaumplantage hinauf in den Wallfahrtsort Maria Laach. Auf der Strecke konnte ich ziemlich bald wieder 2 Läufer überholen, so dass ich zumindest die "Schmach" des letzten (zumindest kurzfristig) ablegen konnte. Als ich in Maria Laach (km 44,7 - Laufzeit 07:15:09) ankam war die Laabe bereits im Abbau begriffen (da diese um 09:00:00 eigentlich sperrte) - ich konnte mich dennoch verpflegen und machte mich mit dem nun "Vorletzten" auf das Teilstück zum Jauerling - mit 960m der höchsten Erhebung der Strecke.

Schon nach 2 Kilometer konnten wir zwei weitere Läufer vor uns lokalisieren und die genauere Abschätzung ergab einen Abstand von ca. 10min (entspricht ca. 1km). Das ließ zumindest bei mir die Motivation wieder aufflammen. Da sich der "Mitläufer" aufgrund der bereits angenehmen Temperaturen ebenfalls seiner warmen Laufkleidung entledigen musste war ich bald wieder alleine unterwegs.

Auch wenn das Teilstück mit seinen 6,6 km und 460hm keine optischen Highlights bereit hielt ging es ganz gut voran, sodass ich das Naturparkhaus bei km 52,7 nach 08:46:43,00 erreichte und somit wieder innerhalb der Verpflegungszeiten war. Von der Terasse hatten wir einen unglaublich schönen Blick in die Wachau und auf die Donau. Bei dieser Laabe war zwar distanztechnisch die Hälfte überschritten - zeitmäßig nicht, wie jeder erfahrene Ultraläufer weiß. Nach der besten Kürbiscremsuppe meines Läuferlebens und einem kurzen "Fußservices" ging es weiter - wieder zurück in das Donautal.

Es standen nun auf den nächsten Kilometern ca. 1.100hm "Downhill" am Programm, aber auch neuerlich 400hm bergauf, ehe wir unser nächstes Etappenziel nach ca. 13 km erreichen sollten. Die ersten Kilometer ging es auf einem teils wunderschönem Singletrail durch den Wald (500hm) hinab ehe wir über den Trenning (wieder 200hm bergauf und 300hm bergab) nach Mühldorf kamen. Von dort zog sich die Strecke den Hang entlang, durch wunderschöne Weinberge, mal bergauf und mal bergab bis nach Spitz an der Donau.

Bei der dortigen Verpflegungsstation (bei km 65,7km) lief ich nach 11:29:30 ein. Doch ich hatte Glück, auch diese Station (die eigentlich seit 30min geschlossen sein sollte) hatte noch Verpflegung für mich. Obwohl ich mich nicht mehr wirklich gut fühlte verließ ich die Laabe wieder recht flott, damit ich nicht noch mehr Zeit auf meinen Plan (und vor allem die Sperrzeiten der Versorgungstationen) verlor.

Von Spitz ging es weiter durch wunderschöne Weinberge (wo sicher mehr Wein- als Weitwanderer unterwegs waren, da in allen Weinbergen ausgeschenkt wurde), hoch über St. Michael vorbei weiter in Richtung Weissenkirchen.

Weissenkirchen (und die dort befindliche Laabe bei km 77) erreichte ich wieder vor der offiziellen Sperrzeit der Laabe - nach 13:37:30. Die sehr laute Partymusik galt zwar nicht uns (sondern einem Lokal am Platz), stand im krassen Gegenteil zu den sonst sehr beschaulichen wachauer Weinorten. Nach kurzer Verpflegung war ich auch schon am vorletzten Teilstück - wieder hinauf zu den Anhöhen der steil abfallenden Felswände zwischen Weissenkirchen und Dürrnstein.

Nach dem Verlassen des Ortes wurde nicht nur die Musik wieder leiser, sondern es änderte sich auch das Aussehen der Landschaft. Auf schönen und felsigen Singeltrails ging es zwar nicht schneller oder leichter voran, aber es war ein ganz anderes Laufen und der Ausblick ins Donautal sehr imposant. Auf einem der wenigen Fahrwege wurde ich von der Bergrettung und der Polizei (natürlich beide im Auto) überholt und ahnte natürlich nichts gutes. Als ich an den verlassenen Fahrzeugen wieder auf den Singeltrail einbog erreichte ich nach kurzer Zeit das Geschehen. Ein Läufer (mit dem ich am Vorabend noch im Shuttle Bus geplaudert hatte) war kollabiert und musste geborgen werden. Nachdem ich (nach kurzer Rücksprache) nichts für Ihn tun konnte (und er ja gut betreut war) schaute ich, dass ich schnell weiterkam. So erreichte ich knapp vor Einbruch der Dunkelheit die Fesslhütte (km 90, 16:22:00,00) und somit die letzte Versorgungsstation.

Hier traf ich viele Läufer wieder und stellte mit Freude fest, dass ich zwar nur 3 Läufer hinter mir, aber zumindest 6 Läufer ganz knapp vor mir hatte. Ich nutzte die Laabe um für die verbleibenden Kilometer in Dunkelheit und bedeutend kühleren Temperaturen wieder in das warme Laufgewand zu schlüpfen. Neben einem letzten "Fußservice" wurde auch die Stirnlampe wieder aktiviert. So war ich schon kurz danach wieder auf dem Downhill zur Burgruine Dürrnstein. Schon nach wenigen hundert Metern konnte ich einige Läufer ein- und überholen. Das stärkte die Motivation und es ging nun wieder leichter voran. Von der Burgruine schlängelten wir uns den Hang entlang - über dem Franzosendenkmal vorbei und über den Pfaffenberg bis nach Stein an der Donau. Somit waren die "Vororte" von Krems erreicht und das Ziel spürbar nahe.

Auf den letzten 3 km gab ich nochmals was mir möglich war und überholte Wanderer, Wanderläufer und andere Läufer, ehe ich nach 101km und 18:45:24,00 das Ziel im Standpark/Krems erreichte. Selbst meine Platzierung konnte sich am Ende noch sehen lassen. Ich wurde 34. von 57 Platzierten - aber 100 Gestarteten. 

Fazit

Wenn man auf die Platzierung sieht kann man sagen "Ende gut - Alles gut". Meine Irritation und Demotivation als als teilweise letzter und vorletzter Läufer auf der Strecke zu sein hat in diesem Fall einen einzigen Grund - der mir aber nicht sofort bewusst war. Der Veranstalter gibt die Möglichkeit Wanderern und Wanderläufern mit früheren Startzeiten unterwegs zu sein. Diese trifft man natürlich nicht - wenn diese mit 8 Stunden Vorsprung ins Rennen starten ist ein reales Überholen nicht möglich - auch wenn man dann im Endergebnis (wo ja wieder alle zusammengefasst sind) vor Ihnen platziert ist. Diesen Effekt gibt es natürlich bei "normalen" Laufveranstaltungen so nicht - weswegen ich es nicht gewohnt bin als Letzter, Vorletzter oder Vorvorletzter zu Verpflegungsstationen zu kommen.

Weiters war es ungewohnt den Sperrzeiten der Verpflegungsstationen "nachlaufen" zu müssen - auch wenn es bei diesem Event "Gott sei dank" keine Cutoff-Zeiten gab, wäre es doch problematisch (vor allem in der Nacht) keine Verpflegung zu bekommen (auch wenn man eh immer eine Notfallreserve mit sich trägt) - denn zumindest ein warmer Tee tut bei den herbstlichen Verhältnissen gut.

Alles in allem war es ein schöner Lauf, wie immer mit Höhen und Tiefen - aber auf alle Fälle mit wunderschöner Landschaft auf dem Welterbesteig!

Impressionen



KAT 100 2025

Datum: 07.-09.08.2025

Distanz: 174,35 km

Höhenunterschied: ca. +/- 10.299 hm

Zeit: 43:53:21.00

KAT 100 Miles



Rennbericht

Nach zwei gelungenen Rennen im Frühjahr war die Motivation groß, auch wenn mir bereits im Vorfeld klar war, dass dieser 100 Meilenlauf mich nochmal ganz anders fordern wird als z.B. die 100 Meilen von Istrien. Mit mehr als 50% (+3.500hm) mehr Höhenmeter und 5 km mehr Länge (warum eben auch immer?) ist der KAT 100 sicher eine der größten Herausforderung unter den europäischen Trailläufen, der es zumindest anhand der Zahlen auch mit dem UTMB (174km & 9.900hm) selbst aufnehmen kann! Entsprechend groß war mein Respekt und "finishen" das erklärte Ziel!

Schon im Startgelände selbst hat sich einiges getan. Ich traf so manches alt bekannte Gesicht und aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Distanzen (die zwar alle später starteten) waren wirklich viele Läufer und Zuschauer live dabei. Ein Ex-Kollege der sich kurzfristig das Spektakel angesehen hat war von dem "Treiben" durchaus beeindruckt. Für uns im "Start-Kanal" war das eher ein Nebengeräusch, da man sich dann doch eher in einer gesunden "Anspannung" auf die kommende Herausforderung einstellt.

Pünktlich um 18 Uhr starteten wir auf den Rundkurs, der uns in den kommenden Stunden von Fieberbrunn über Hochfilzen, Waidring, St. Johann, Kitzbühel, Jochberg, Aurach und wieder zurück nach Fieberbrunn. Schon in den ersten Stunden wurde klar, dass auch diesmal die Temperaturen erbarmungslos sein würden und uns auch in der Nacht kein Durchatmen gönnen würden.

Gleich auf dem ersten Teilstück wartete ein 1.150m Anstieg auf uns, und das sollte nicht die letzte Herausforderung sein. Es folgten (zusätzlich zu den "normalen" Steigungen) noch einige "große Brocken". Die größten erwähnenswerten Herausforderungen waren hier wohl das Kitzbühler Horn (St. Johann in Tirol - Kitzbühler Horn: 1.355hm auf ca. 8km) und der Hahnenkamm (die Streif von Kitzbühel hinauf und weiter zum Pengelstein: 1.300hm auf ca. 13km) - und natürlich auch alles ganz brutal wieder hinunter!.

Eigentlich gab es kaum einen Anstieg unter durchschnittlichen 500hm+ und auch wenn das Gelände größtenteils als "gut laufbar" gilt, wird es im Laufe der Stunden nicht einfacher. Die Hitze und der Schlafentzug tut das Ihrige dazu. Irgendwann beginnt es zu schmerzen und das war hier bei circa 142 km Endgültig der Fall (- eigentlich im Nachhinein betrachtet eh so wie immer). Ich hatte mir eine Blase an der kleinen Zehe gelaufen bei der die Haut aufgerissen und sich eine Fleischwunde gebildet hatte. Also hieß es behelfsweise verkleben und die letzten 33km angehen - von da an ging es nur mehr langsam voran, aber es ging voran.

Mit 43:53:21,00 erreichte ich als 62. Mann (immerhin 9. in meiner Altersklasse, gesamt 67.) das Ziel, durchaus stark gezeichnet, aber in erster Linie glücklich und auch stolz.

In diesem Moment kamen auch Erinnerungen an meinen aller ersten 100 Meilen-Lauf, den "Via Natura" im Jahr 2015 wieder hoch. Vor 10 Jahren hatte ich mir darüber Gedanken gemacht, was ein Finish bei einem 100 Meilen-Lauf für den Läufer und seinen "Status" unter den Läufern bedeutet. Genau will ich darauf hier nicht nochmals eingehen, sondern alle jene die es interessiert auf den Rennbericht von damals Kapitel "Der Mythos & die Trophäen" verweisen:

Rennbericht - Via Natura 2015

  


Fazit

1.) 100 Meilen sind nicht immer gleich lang (warum auch immer?) - mal 169, mal 174 Kilometer

2.) auf die Höhenmeter kommt es an - 10.299hm sind nochmal eine ganz andere Kategorie als 6.800 hm

3.) Man kann lange darüber streiten ob die Distanz, die Höhenmeter, die Wegbeschaffenheiten, kleine Verletzungen oder die Temperaturen "töten" - es ist immer irgendetwas, mal das eine - mal das andere!

4.) Der KAT100 ist ein Ausscheidungsrennen - heuer kamen von 150 gemeldeten Läufern 79 ins Ziel. Das sind knapp mehr als 50% - alle anderen blieben im wahrsten Sinn des Wortes auf der Strecke!


Impressionen


Regeneration & Erholung





100 Miles of Istria 2025

Datum: 11.-13.04.2025

Distanz: 169 km

Höhenunterschied: ca. +6.515 / -6.800 hm

Zeit: 32:51:04.00


100 Miles of Istria



Rennbericht

Nach einer gelungen Vorbereitung war die Marschtabelle für das heurige Jahr klar zu definieren: "eine neue persönliche Bestleistung" über die 100 Meilen waren das Ziel. Diesmal hatte ich auch erstmals eine eingeschworene "Fan-Gemeide" mit dabei. Meine Frau und meine Schwiegereltern nutzen das günstige Datum für einen Urlaub in Kroatien.

Wie gewohnt wurden auch die Wetterberichte von ganz Istrien studiert (denn bei 100 Meilen durchläuft man meistens mehrere "Wetterzonen" und alles deutete auf gutes Laufwetter hin, auch wenn für die erste Nacht etwas Regen angesagt war. Wieder erwarten war dann am Start doch wärmeres Wetter als angesagt und das sollte sich auch für die kommenden Stunden/Tage nicht mehr ändern.

Nach dem Start versuchte ich meine Marschtabelle auf 32h30min einigermaßen einzuhalten, was mir auch ganz gut gelang. Mal konnte ich einzelne Etappen eine Spur schneller, andere eine Spur langsamer laufen, aber bis Kilometer 116 war eigentlich alles im Plan (ich war bis zu diesem Zeitpunkt sogar 24min schneller). Einzig mental hatte ich das Gefühl eine persönliche Bestzeit (die sich mit 32h30min tief in mein Hirn gebrannt hatte) nicht mehr erreichen zu können. Weil es in meinem Denken dann "eh schon egal war" habe ich mich mit meiner "Fan-Gemeinde" in Motovun (km 129) auf ein alkoholfreies Bier getroffen und eine kurze Auszeit abseits der Rennstrecke genossen. Als ich nach 25 Minuten wieder auf die Strecke ging, war die Motivation (zumindest fertig zu laufen) wieder hergestellt. Auch in Livade (Versorgungsstation km 131,4) war (so zeigt es die Analyse in der Nachbereitung) eigentlich noch das gesteckte Ziel drinnen. Ich verließ Livade (trotz Bier-Pause) eine Minute früher als in meiner Marschtabelle (32h30min) berechnet. Da ich das aber zu diesem Zeitpunkt nicht wahr haben konnte ließ ich die letzten 3 Etappen etwas schleifen und lief im Schnitt um 7 min länger als geplant. Als ich dann nach 3:51:04,00 in Umag über die Ziellinie lief brauchte ich etwas Zeit um zu realisieren, dass ich zwar die Marschtabelle verfehlt, aber dennoch eine persönliche Bestzeit auf die "100 Meilen von Istrien" geschafft hatte

Auch wenn es "nur" ca. 3min schneller war - persönliche Bestzeit ist persönliche Bestzeit!

 Fazit

1.) Vertraue keinem Wetterbericht - es wird meistens wärmer als angesagt.

2.) Mental muss ich an den Umsetzungen meiner Marschtabellen noch arbeiten.

3.) körperlich waren die 100 Meilen heuer gut zu Überstehen. Die geplanten Umstellungen waren erfolgreich.

4.) Es ist wunderschön von einer kleinen Fangemeinde "begleitet" und im Ziel "erwartet" zu werden. Herzlichen Dank dafür!

Impressionen



Donautrail Linz 2025

Datum: 15.03. 2025

Distanz: 75km

Höhenunterschied: ca. +/- 2.100 hm

Zeit: 12:15:09.00

Donautrail Linz - Homepage

 


Vorzeichen

Wie so oft zum Auftakt einer Trail-Saison war die Vorfreude groß, wurde aber dann durch einen Infekt (der mich eine Woche mit recht hohem Fieber ans Bett "gefesselt hat") und einer eher mäßig ansprechenden Wettervorhersage getrübt.


Nach der Anreise nach Linz holte ich meine Startunterlagen. Danach gab es beim Hotel noch Probleme mit dem Einchecken, denn ein Stromausfall legte das vollautomatische System lahm. Nach fast 2 Stunden „warten und Tee trinken“ konnte ich dann mein Zimmer beziehen.


Nun stand dem Lauf also nichts mehr im Wege.

Nachdem ich bereits beruflich oft in Linz genächtigt hatte und an den Abenden die beiden Hausberge GIS und Pöstlingberg „erobert“ hatte, so versprach die Rennstrecke auch noch weitere Highlights.


Wie der Veranstalter die Strecke so schön beschreibt: „Die fünf Linzer Hausberge in einer Wanderrunde zusammengefasst! Wer den Pfenningberg, die Gis, den Pöstlingberg, den Koglerauer Spitz und den Freinberg  (Franz-Josef-Warte) in einem Tag erwandert, schafft mehr als so manch anderer in einem Jahr.“

Rennbericht

Pünktlich um 04:00 erfolgte der Start in der "Linzerie" und nach wenigen Metern waren wir auch schon im nächtlichen und verregneten Linz unterwegs. Die ersten Kilometer führten uns entlang der Donau bis zum Pieschinger See. Von dort ging es dern ersten der fünf Berge hoch und sofort war klar, das regnerische Wetter sowie die unzähligen Wanderer (die bereits am Vorabend um 22:00 Uhr gestartet waren) und nun Läufer sorgten sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg für sehr „selektive“ Verhältnisse („Gatsch“, nasse Steine, nasses Laub, … - alles einmal durchgemischt) die das Vorankommen verlangsamten und das Laufen auch bergab fast unmöglich machten. Noch in der Dunkelheit erreichte ich die erste Verpflegungsstation beim Mountaincamp Pfenningberg bei Kilometer 11,7. Nach kurzer Verpflegungspause ging es auf das zweite Teilstück und im Morgengrauen in Richtung des zweiten und höchsten Berges der Strecke.

In dieser Etappe war für uns Läufer ein sehr schönes Teilstück auf dem sogenannten Pferdeeisenbahn-Wanderweg vorgesehen. Auf der Trasse der Pferdeeisenbahn von Linz nach Budweis (in Betrieb von 1832 bis 1872, https://de.wikipedia.org/wiki/Pferdeeisenbahn) ging es nun auch trotz der nassen Verhältnisse gut voran - das hat damit zu tun, dass ehemalige Bahntrassen gut befestigt sind und zum anderen Steigungen und Gefälle ein gewisses Maß an Steilheit nicht überschreiten dürfen, so es keine Zahnradbahn war. Damit hatten wir vor dem fordernden Anstieg auf die GIS noch die Möglichkeit uns zu erholen, aber dennoch Tempo zu machen.

Nach der zweiten Verpflegungsstation (Kilometer 26,8) in der Höllmühlstraße lag eine der Königsetappen vor uns - auf die GIS. Die Etappe war mit 6,4 km kurz, aber mit einem Anstieg von fast 600 Höhenmetern knackig. Da es an diesem Renntag nicht nur feuchter als in den letzten Wochen, sondern auch bedeutend kälter war näherten wir uns rasch der Schneefallgrenze. Die Wegbeschaffenheit auf die GIS war aber gut und so kam ich auch schnell voran. In der Zwischenzeit hatten wir Läufer auch bereits die ersten Wanderer eingeholt und so war auf der Strecke viel los. Bei Erreichen der Verpflegungsstation auf der GIS (Kilometer 33,2) musste ich feststellen, dass sich eine sehr lange Warteschlange aus Wanderern gebildet hatte, so dass ich unverzüglich beschoss weiter zu laufen. Eigenverpflegung hatte ich in ausreichendem Maße mit dabei. Damit war das nächste Teilstück leicht zu meistern.

Die vierte Etappe führte von der GIS bergab. Diesen Streckenabschnitt kannte ich aus der Vergangenheit gut und wollte mal wieder so richtig Tempo machen. Doch da machten mir die Verhältnisse gehörig einen Strich durch die Rechnung. Gatsch, Laub und Schnee übereinander geschichtet und von hunderten Trail- und Wanderschuhen durchpflügt bieten definitiv eine sehr rutschige Unterlage. Damit war Laufen abgesagt und ein verletzungsfreier Abstieg als höchste Priorität ausgerufen. Unterhalb der Schneefallgrenze ging es dann wieder besser. Kaum hatten wir die Diesenleiten erreicht, stand auch schon der nächste (dritte) und vermeintlich leichteste Berg auf dem Plan. Der als Aussichtsberg (und mit einer Bahn erschlossene) Pöstlingberg (
Pöstlingberg – Wikipedia) hatte ein paar hundert Meter Strecke die so gut wie ausschließlich unter Zuhilfenahme von Stöcken zu bewältigen waren - die Füße fanden hier keinen Halt und ausweichen war unmöglich (-leider gibt es von der Stelle kein Foto, weil ich beide Hände benötigt hatte).

Nach der Verpflegungsstation bei der Bergrettung am Pöstlingberg (Kilometer 42,5) war der Großteil der Höhenmeter bereits geschafft. Am Koglerauer Spitz überquerten wir nochmals die Schneefallgrenze. Nach einer kurzen Etappe landeten wir beim Köglerhof. Bei dieser fünften Versorgungsstation (Kilometer 47,2) gab es die Möglichkeit sich im Gastraum etwas aufzuwärmen und wurde wirklich gut versorgt.

Kurze Zeit später war ich bereits wieder auf der Strecke "hinunter", auf dem Weg nach Ottensheim. Auch hier waren Streckenteile bereits als massive "Gatsch-Rinnen" ausgetreten, aber es war gut laufbar. Bei Erreichen der sechsten Versorgungsstation ("Port: O Bar" in Ottensheim, Kilometer 54,00) hatte es endgültig zu regnen aufgehört und es kam auch kurz die Sonne hervor.

Damit machte ich mich auf 10km flaches Terrain entlang der Donau. Es galt nun einmal das Regatta-Areal bei Ottensheim zu umrunden und dann am Kraftwerk die Donau zu überqueren. Weitere 5km später erreichte ich das Stift Wilhering und den letzten Versorgungspunkt (bei Kilometer 64). Noch ein letztes Mal wurde dir Trinkflasche aufgefüllt und weiter ging es.

Auf der letzten Etappe wartete noch ein besonderes Wegstück auf uns. Der sogenannte Prinzensteig schlängelt sich idyllisch quer durch eine steil zur Donau abfallende Felsflanke. Erstaunlicherweise waren hier die Wegverhältnisse tatsächlich sehr gut und so konnten wir die Kilometer bis auf den Freinberg (den letzten der fünf Hausberge) so richtig genießen. Nach erreichen der Franz-Josef-Warte kamen wir wieder ins Linzer Sadtgebiet und es ging am kürzesten Weg über Spazierwege und Steinstigen ins nahegelegene Ziel in der "Linzerie"

Die letzten Meter führten uns durch das Einkaufszentrum und man glaubt es kaum, offiziell mit der Rolltreppe in das erste Obergeschoß direkt zu bzw. durch den Zielbogen. Ein wirklich gelungener und origineller Zieleinlauf. Nach 12:15:09 war ich im Ziel.

Fazit

Es war ein gelungener Saisonstart und Testlauf. Die schwierigen Wetter- und Wegverhältnisse haben einiges an Zeit gekostet, aber das kommt vor! Alles was an Ausrüstung und Verpflegung getestet wurde hat super funktioniert und kann bei den folgenden Läufen so weit auch übernommen und angepasst werden. Das macht Freude auf die kommenden Ultratrails.

Impressionen